Baugeschichte von St. Marien in Greifswald

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St. Marien vom Pommerschen Landesmuseum aus gesehen.
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Gewölbe im südlichen Seitenschiff
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Greifswald ist eine Kolonistensiedlung des
um 1200 gegründeten Klosters “Hilda” (Eldena).
Bereits 1248 wird der Ort als Stadt bezeichnet und erhält
1250 das Lübische Stadtrecht. Der Baubeginn der Marienkirche liegt vermutlich bald nach der Stadtgründung.
1264 herzogliche Erlaubnis zum Bau einer massiven Stadtbefestigung, Beginn des Steinbaues in der Greifswalder Altstadt
1280 erstmalige urkundliche Erwähnung der drei Stadtkirchen: St.Marien, St.Nikolai, St.Jacobi.
1275 Baubeginn des Kirchenbaues auf einem Feldsteinsockel. "Er wurde mit einem drei mal drei Joche zählendem Langhaus und einem einschiffigen Chor begonnen, an den die zunächst kürzeren Seitenschiffe des Langhauses nachträglich herangeführt wurden.
Bis um 1300 entstand damit die Form des über alle drei Schiffe geraden Ostabschlusses. Zunächst als Basilika angefangen, wurde St. Marien
bis 1330/40 als Hallenkirche zu Ende gebaut. Aus diesem Zeitpunkt stammen die vier Freipfeilerpaare im Langhaus und der monumentale Ostgiebel sowie die
1492 erstmals urkundlich erwähnte Annenkapelle mit ihren zwei kleinen Apsiden.“ (zitiert nach André Lutze im Kirchenführer St. Marien von 2008)
1319 und 1330 sind für St. Marien geistliche Gerichtsverhandlungen überliefert, sie fanden vermutlich im Erdgeschoss des Westturmes („Gerichtshalle“) statt.
Zwischen 1350 und 1400 wird der fertiggestellte ziegelsichtige Bau der Marienkirche ausgemalt. (Rekonstruktion dieser Farbgebung 1977-1984)
Um 1350 Anbau der Annenkapelle an der Südseite der Kirche,
um 1390 Bau der südlichen Turmseitenhalle,
1411 Weihe der zweiten Südkapelle (heute Gedächtniskapelle) mit Wandmalereien der Passion Jesu (Inschrift - gesichertes Datum),
1418 Guss der Großen Betglocke (Datierung durch Inschrift),
1535 Einführung der Reformation durch JOHANNES BUGENHAGEN
Um 1450 Errichtung der Westvorhalle,
1545 Darstellung eines in Wieck gestrandeten Schwertwales an der Turmnordwand,
1569 Guss der Wächterglocke (Datierung durch Inschrift),
1587 Fertigstellung der mit Intarsien geschmückten Renaissance-Kanzel durch den
Rostocker Kunsttischler JOACHIM MEKELENBORG,
1614 Anfertigung der „Kleinen Glocke“ (Datierung durch Inschrift),
1622; 1638 Beschädigung des obersten Turmgeschosses. Die Turmpyramide wird durch den jetzigen Turmhelm ersetzt. (65 m)
1648 bis 1815 gehört Greifswald zu SCHWEDISCH-VORPOMMERN
1659 und 1678 Beschießung und Belagerung der Stadt durch brandenburgische Truppen (Beschädigung der Kirche: davon zeugen Eisenkugeln an Wänden und Pfeilern)
1702 der RUBENOW-Stein findet seinen Platz in der Marienkirche,
um 1720 Bau des hölzernen Grabdenkmals für Franz von Essen (gest. 1714), zur Zeit in der nördlichen Turmseitenhalle aufgestellt,
1736 Einbau eines Kirchengestühls für Franz Joachim Edler von Essen in der Südkapelle der südlichen Turmseitenhalle,
1753 bis 1756 barocker Orgelneubau, dessen Empore teilweise erhalten ist,
1758 Explosion des Pulverlabors am Kuhstraßentor: Schäden am Turm und an den Fenstern; Einbau der hölzernen Zuganker,
1769 bis 1771 aufwendige statische Sicherungen am Turm- und Ostgiebelmauerwerk,
1794 Marienkirche vollständig ausgeweißt (Kalkfarbe)
zwischen 1300 und 1800 Bestattung in der Kirche (Grabplatten)
1806/07 französische Truppen benutzen die Kirche als Heeresmagazin. Ein großer Teil der Innenausstattung geht verloren. Altarteile wurden als “Brennholz” verkauft! Aber (links neben dem Hauptaltar) ein Altarfragment “Grablegung” (um 1500) wurde gerettet.
1806 kopiert der Maler FRIEDRICH AUGUST VON KLINCKOWSTRÖM aus Ludwigsburg (bei Greifswald) während seines Studienaufenthaltes in Dresden das Gemälde CORREGIOS “Heilige Nacht” (Kopie erworben 1811 für St. Marien),
1810 bis 1812 bauliche Instandsetzung,
1815 Greifswald fällt nach dem Wiener Kongress an Preußen,
1835 Errichtung des Hochaltars nach dem Entwurf von JOHANN GOTTLIEB GIESE durch den Kunsttischler CHRISTIAN FRIEDRICH (Bruder von CASPAR DAVID FRIEDRICH).
1837 Abschluß der Altarerneuerung mit der Kopie der “Heiligen Nacht”. Zierrahmen angefertigt von MACKENTHUN, Stralsund,
1864-1866 erbaut FRIEDRICH ALBERT DANIEL MEHMEL, Stralsund, die große romantische Orgel.
1885 bis 1887 gründliche Instandsetzung einschließlich der Fenster
im 2. Weltkrieg wird die Kirche als Sanitätsdepot benutzt
1953/54 wird die Annenkapelle zur Winterkirche umgebaut
1958 Einweihung der Passionskapelle als Gedächtniskapelle
1977 bis 1984 Grundinstandsetzung der Kirche (Dach, Innenausmalung, Umverlegung aller Grabplatten),
1984-1985 Mahnmal (Umgestaltung) für die Opfer von Krieg und Gewalt durch HELMUT MALETZKE in der Turmhalle
1988 bis 1991 Generalreparatur der MEHMELorgel
1991 bis 1994 Reparaturarbeiten an Ostgiebel (auch 2001), Turmdach und Fenstern
2008 Reparatur- und Sicherungsarbeiten am obersten Turmgeschoss und am Turmdach
2009 bautechnischen Sicherung des Ostgiebels
2010/11 geplant: Turmsanierung
Dänisch: Baugeschichte
Englisch/english: History
Französisch/français: Histoire
Niederländisch: Baugeschichte
Polnisch: Baugeschichte
Russisch/по-русски: История
Schwedisch: S:t Mariekyrkan i Greifswald

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