Die Glocken

Die Betglocke (größte Glocke), 1418 aus Bronze von Johannes Karl gegossen und 1614 umgegossen, wiegt 60 Zentner. Die Krone war abgeschlagen worden. Die Glocke war vor der Restaurierung im Turmraum als "Sparbüchse" aufgestellt worden. Sie trägt die Minuskelinschrift:
Ave regina celorum mater
regis angelorum
O Maria flos virginum velut rosa vel lilium
Funde preces ad filium pro salute fidelium
O rex glorie veni cum pace
Anno dni MCCCCXVIII
(Sei gegrüßt, Königin der Himmel, Mutter des Königs der Engel, o Maria, Blüte der Jungfrauen, wie eine Rose oder Lilie, Schütte aus die Gebete vor dem Sohn für das Heil der Gläubigen, o König der Ehren, komm mit Frieden, im Jahre des Herrn 1418)
Am 3. März 2009 war die in Nördlingen restaurierte Große Betglocke der Marienkirche in Greifswald ankommen. Sie wurde von Johannes Karl im Jahre 1418 gegossen, wiegt 3 t, hat einen Durchmesser von 161 cm und ist auf es' gestimmt. Ihr wird ein hoher Denkmalswert zugeschrieben, da sie eine der wenigen erhaltenen spätmittelalterlichen Glocken in Norddeutschland mit hervorragender Gussausführung und Schriftgestaltung ist.
Die Glocke war 2002 aus Sicherheitsgründen vom Turm herab genommen worden, sie diente unten im Turm als Spendenbüchse für sich und wurde nun nach Sicherung der Finanzierung durch private Spenden und einer Spende der Sparkasse Vorpommern restauriert. Die alte Krone, die in letzter Zeit abgeschlagen gewesen war, wurde durch eine neue ersetzt. Im Oktober 2009 wurde die Krone in das alte(!) Joch eingepasst. Es wurde vorher aufgearbeitet, d. h. mit einer Stahlachse versehen.
Seit dem 3.3.2009 ist sie wieder hier in Greifswald! Die Glocke wurde am 21.10.2009 durch die erste Luke hochgezogen; weitere Etagen passierte die Glocke in den folgenden Tagen. Zu Weihnachten 2009 wurde sie wieder geläutet. Allerdings muss dies fernerhin unterbleiben, solange der Turm noch nicht saniert/stabilisiert worden ist.
Die Wächterglocke, (auch "Saufglocke" genannt,) 1569 aus Bronze gegossen - neuerdings mit Sprung, deshalb im Turmraum aufgestellt - diente, wie die plattdeutsche Inschrift zeigt, u. a. auch zum Anzeigen der "Polizeistunde"!:
De Wachter Klocke bin ick genannt,
Allen fuchten Broders wohl bekannt,
Kroger, wen du horest minen luth,
So jach de Geste tom huse uth.
1569
(Die Wächterglocke bin ich genannt, allen feuchten Brüdern wohl bekannt, Krüger (= Gastwirt), wenn du hörst meinen Laut, so jag‚ die Gäste zum Hause aus.)
Die alte Wächterglocke wurde 1981 ersetzt durch eine nachgegossene Glocke.
Die kleine Glocke ist 1614, nachdem sie schon 1569 umgegossen war, aus Bronze gegossen und trägt die lateinische Inschrift:
Sit nomen domini benedictum
Dinnies Droyse an. Dni 1614
(Der Name des Herrn sei gelobt, Dinnies Droyse im Jahre des Herrn 1614)
Die kleine Glocke dient als Schlagwerk der Turmuhr.
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