Die Kanzel von 1587

Jedem Besucher fällt die wunderschöne Renaissance-Kanzel ins Auge. Sie ist Blickfang und Hauptschmuck unserer Kirche; mehr noch: ein Zeichen dafür, wie wichtig den Evangelischen die Predigt als verkündigtes Gotteswort war und ist. Drei Bürgerfamilien haben sich ihre Stiftung etwas kosten lassen; denn "was nichts kostet, ist nichts wert". Etwa 60 verschiedene Holzarten sind vom Rostocker Kunsttischler Joachim Mekelenborg bei den Schnitz- und Intarsienarbeiten verwendet worden.
Dass Christsein keine Sache des Einzelnen ist, will uns die Schar der Zeugen zeigen, die hier dargestellt ist: Hierzu gehören (von links) die vier Evangelisten Johannes, Lukas, Markus und Matthäus; dann Petrus und Christus (in der Mitte), der Täufer Johannes und Paulus. Die Kanzeltür zeigt außen Maria im Rosenhag und innen Luther an einem Tisch sitzend.
Gemälde der Reformatoren Johannes Bugenhagen, der als Doktor Pomeranus‚ den evangelischen Glauben in unser Land brachte, Martin Luther und seines Mitstreiters, Freundes und Nachfolgers in Wittenberg Philipp Melanchthon.
Sie alle lassen den Prediger nicht allein bei dem Versuch, Gottes Zuspruch und Anspruch im menschlichen Wort unserer Zeit klar und konkret zu machen. Sie blicken ihn und seine Hörer mahnend, erinnernd und beispielgebend an, dass jeder Christ wissen soll: "Wie wir sind, predigt mehr als das, was wir sagen".
So will nicht nur diese Kanzel predigen, ein Zeugnis für Gottes Wort uns geben, sondern sie will uns einladen, Hörer und Täter dieses Wortes zu werden - Christ zu sein. Die sechs musizierenden Engel singen die Gute Nachricht heraus: ≥Verbum Dei manet in Aeternum - Das Wort Gottes bleibt in Ewigkeit." Amen.
Svenska: Prediktstolen 1587
Nederlansk: De Kansel uit 1587
English: The pulpit of 1587
French: La chaire 1587
Russisch: Церковная кафедра – 1587
Dänisch: Prædikestolen 1587
Polnisch: Ambona 1587 


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